Der Grundgedanke dieses Zitates zeigt sich durch den Alltag unserer Praxis in Freiberg (Sachsen). Unser Team bildet sich aus einem empathischen Arzt, Dr. Michael Müller,
sowie drei freundlichen Rheumatologischen Fachassistentinnen, die immer ein offenes Ohr für die Anliegen ihrer Patienten und deren Angehörigen haben.

Einer der erfüllendsten Aspekte der Arbeit in der Rheumatologie ist die Interaktion mit den Patienten. Viele Menschen, die an einer rheumatischen Erkrankung leiden, haben oft lange Wege hinter sich, bevor sie zu uns kommen. Sie sind dankbar für jede Unterstützung und Hilfe, die sie erhalten. Diese Dankbarkeit spiegelt sich in den Gesprochen wider und motiviert uns, unser Bestes zu geben. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man sieht, wie Patienten durch unsere Unterstützung Fortschritte machen und ihre Lebensqualität verbessern können.
Als RFA trägt man eine große Verantwortung. Man ist nicht nur für die Durchführung von Behandlungen und Therapien zuständig, sondern führt auch Therapievertiefungsgespräche, die Informationen zur Erkrankung und dem Management beinhalten. Diese Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Empathie. Die Möglichkeit, aktiv zur Verbesserung des Gesundheitszustandes unserer Patienten beizutragen, gibt einem ein gutes Gefühl von Sinnhaftigkeit und Erfüllung in der täglichen Arbeit.
Ein weiterer Grund, warum die Arbeit als RFA so viel Spaß an Kongressen bleibt man stets auf dem neuesten Stand der Forschung und der Therapieansätze. Dies fördert nicht nur das eigene Wissen, sondern bietet zudem eine hervorragende Gelegenheit zum Networking und zur persönlichen Weiterentwicklung.
Durch die Absolvierung der RFA-Grund- und Aufbaukurse konnten wir, wie Kirchner es in seinem Zitat oben ausdrückt, unsere Potenziale multiplizieren und den Praxisalltag, zum Wohle der Patienten, bereichern. Ebenso war es ein Gewinn für das gesamte Praxisteam, denn damit ging für jede einzelne Mitarbeiterin höhere Verantwortung und mehr Selbstständigkeit einher. Für den Praxisalltag gehörte u. a. eine adäquate Anpassung des Bestellsystems, um die Wartezeiten der Patienten erheblich zu verkürzen und ihnen mehr Lebenszeit außerhalb der Praxisräume zu schenken, dazu. Wir führten eine RFAKontakt- Sprechstunde ein und konnten somit eine „Notfallarztsprechstunde“ einführen, welche Patienten mit akuten Problemen angeboten werden kann. Zudem optimierten wir die Struktur der Terminvergabe für Neupatienten. Dazu entwarfen wir im Team Leitfäden bzw. Fragebögen, welche die Dringlichkeit eines Termins in der Rheumatologie darbieten und direkt auf die Arbeit in unserer Praxis abgestimmt sind. Beispielsweise die digitale Einarbeitung von Fotodokumentation, Selbstauskunftsbögen bei Erstvorstellung, Schweigepflichtentbindung usw., die in unser Praxisprogramm eingepflegt werden.

Außerdem wird bei der Sichtung aussagekräftiger Vorbefunde bereits durch die RFA eine erste Selektion (erhöhte Entzündungsparameter, auffällige Röntgen- oder MRTBefunde, gezieltes Nachfragen nach den Beschwerden bzw. Beschreiben der Symptome, standardisierte Anamneseerhebung) durchgeführt, um den tatsächlich dringlich zu behandelnden Patienten zeitnah einen Termin bieten zu können. Kommt der Patient in die Praxis, findet in der Regel bereits noch vor der Blutentnahme ein Gespräch in einem separaten Raum zwischen der RFA und dem Patienten statt. Hier wird dann die Epikrise, der Impfstatus, die Vorerkrankungen, ggf. Allergien und mitbehandelnde Fachärzte erfasst sowie nach dem Medikamentenplan gefragt. Sollte es beim Arztkontakt zur Einleitung einer DMARD-Therapie kommen, werden durch eine RFA die Kontrolltermine vereinbart und Informationsmaterial zur jeweiligen Erkrankung ausgegeben. Wichtig ist auch immer der Hinweis an die Patienten, dass sie sich bei Fragen oder Unklarheiten jederzeit an uns wenden können. Auch der Umgang mit gängigen Assessements ist in unserer Praxis Routine geworden. Alle Kolleginnen sind mit FFbH, CDAI/ SDAI, BASDAI und VAS vertraut. Im Rahmen von Studien werden auch von der RFA, die den Aufbaukurs RFAplus absolviert hat, der BASMI, SF-36, ASAS durchgeführt bzw. bestimmt.
Durch die Ausbildung zur RFA konnten wir erfolgreich Ressourcen für den Arzt schaffen, um so eine effiziente Patientenversorgung zu gewährleisten. Bei Routinekontrollen und stabilem Befinden der Patienten wird nicht zu jedem Kontakt der Arzt hinzugezogen (bei Neupatienten ist dies kein Problem, bei bekannten Patienten teilweise etwas schwierig). Sollten Probleme unter laufender DMARD-Therapie auftreten, kann jedoch der Chef jederzeit hinzugezogen werden. Das erfolgreiche Frühscreening durch die RFA ist ein wichtiger Beitrag zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, was den Patienten enorm zugutekommt. Das Vertrauen und die Arbeitszufriedenheit unseres Chefs fördern nicht nur die Zusammenarbeit, sondern auch die Motivation, Zufriedenheit und gute Stimmung im Team.
Durch unsere professionelle Grundhaltung und den fachlichen Diskurs innerhalb der Praxis können wir stets fachlich korrekte Antworten auf Fragen der Patienten geben. Ebenso können wir unsere erworbenen Kenntnisse in Patientenschulungen, selbstsicher und der aktuellen Wissenschaft entsprechend, weitergeben. Unter anderem umfasst unser Schulungsangebot für Patienten eine Ernährungsberatung und Injektionsanleitungen, wenn es die Zeit zulässt in Einzelsitzungen, z. B. an frei geplanten Nachmittagen. Zum Tätigkeitsprofil einiger unserer Praxismitarbeiterinnen gehört außerdem die Referententätigkeit, welche Selbstsicherheit bezogen auf die eigene Arbeit und auch des Wissens bietet. Aufgrund unseres stetigen Weiterbildungswillens und dem damit einhergehenden aktuell gehaltenen Wissenstandes, bemerken wir in unserer Arbeit eine stetige Steigerung der Toleranz bzw. Compliance bei den DMARD-Therapien. Weiterhin beteiligen wir uns aktiv an nicht-interventionellen Studien und klinischen Phase- 3-Studien, was nicht nur spannend ist, sondern auch das Verständnis für rheumatologische Erkrankungen vertieft. Schlussendlich sind wir ein perfekt eingespieltes Team auf Augenhöhe (alle Mitarbeiterinnen befinden sich auf dem gleichen Wissensstand und daher kann jede alle Arbeiten bzw. Aufgaben fachkompetent erfüllen), das durch die Multiplikation unserer Potenziale die Patientenversorgung effektiv verbessern konnte.
Die Arbeit der RFA gewinnt immer mehr an Bedeutung und wir möchten alle künftigen Kolleginnen ermutigen, den RFA-Grundkurs zu absolvieren, um von der Weiterqualifikation selbst zu profitieren und dadurch zur Gesundheit und vor allem Zufriedenheit unserer Patienten beizutragen. Nicht zu vergessen ist, dass auch unser Chef sich über ein beständiges Team freut und dies auch pflegt, denn RFAs sind als Fachkräfte in der Rheumatologie sehr gefragt und es gibt bundesweit Stellenangebote. Außerdem ist es uns ein großes Anliegen, auch auf gesundheitspolitischer Seite erhört zu werden, um die Versorgungsstruktur zu verbessern (z. B. EBM-Abrechnungsziffer für RFA-Kontakt-Sprechstunde, Abschaffung der Plausibilitätsprüfung usw.). Ich habe 2017 den Grundkurs zur Rheumatologischen Fachassistentin erfolgreich absolviert. Der durch den Kurs erworbene tiefere Einblick in die Rheumatologie hat mich in meiner täglichen Arbeit so gestärkt, dass ich keinerlei Scheu mehr habe, Fragen der Patienten ausführlich zu beantworten oder inflammatorische Vorgänge zu erklären, Assessements abzufragen bzw. zu messen. Da ich mein Wissen stetig erweitern möchte, hatte ich mich 2021 dazu entschlossen, auch den Aufbaukurs RFAplus zu belegen. In jenem Kurs konnte ich u. a. einen Einblick in die rechtlichen und sozialmedizinischen Aspekte erlangen. Sehr spannend war für mich der Ausflug in die Kapillarmikroskopie und Gelenksonographie (was doch einer gewissen Übung bedarf). Mit dem Vertrauen und der Anerkennung, welches der Chef in mich hat, komme ich täglich gern zur Arbeit und nehme Fortbildungsangebote gerne an. Viele kleine Dinge, die zu einer besseren Versorgungssituation führen, bedeuten freie Kapazitäten für den Arzt. Schon zum Erstbesuch in unserer Praxis werden die Patienten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Mitarbeiterinnen die Ausbildung zur RFA absolviert haben, jederzeit fachlich korrekte Auskunft geben können und an uns vertrauensvoll herangetreten werden sollte.