Impfen ist gerade für ältere und chronisch kranke Menschen ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge. Wer z. B. eine rheumatische Erkrankung hat oder Medikamente einnimmt, die das Immunsystem dämpfen, ist anfälliger für Infektionen – und diese verlaufen dann oft schwerer.
Die gute Nachricht: Es gibt neue Impfstoffe, die gezielt gegen gefährliche Erreger wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), Herpes Zoster und Pneumokokken schützen. Was sich hier zuletzt getan hat, fasse ich im Folgenden zusammen.
Seit 2023 sind erstmals in Europa RSV-Impfstoffe für ältere Erwachsene zugelassen – konkret Arexvy und
Abrysvo. Beide richten sich an Menschen ab 60 Jahren, also genau die Gruppe, bei der RSV-Infektionen besonders schwere Verläufe nehmen können, vor allem bei Vorerkrankungen wie COPD, Herzschwäche oder bei Immunsuppression. In großen Studien konnten beide Impfstoffe das Risiko für schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte deutlich senken. Die STIKO empfiehlt die Impfung seit 2024 für alle Patientinnen und Patienten ab 60 Jahren sowie bei jüngeren Risikopatientinnen und -Patienten nach individueller Einschätzung. Auch bei Rheumapatientinnen und -patienten sollte geprüft werden, ob eine RSV-Impfung sinnvoll ist, besonders bei geplanter oder laufender immunsuppressiver Therapie.
Die Gürtelrose ist mehr als nur ein unangenehmer Hautausschlag: Vor allem die Post-Zoster-Neuralgie (PZN) kann das Leben nachhaltig beeinträchtigen. Mit Shingrix steht ein wirksamer Totimpfstoff zur Verfügung, der zuverlässig schützt – auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die STIKO empfiehlt ihn ab 60 Jahren für alle, ab 50 bei bestimmten Grunderkrankungen. Der Impfstoff ist gut wirksam, auch wenn man Medikamente wie Kortison oder Biologika nimmt. Lokale Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle sind häufig, aber meist harmlos. Idealerweise wird vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie geimpft, aber auch danach ist es grundsätzlich möglich.
Pneumokokken sind eine der Hauptursachen für Lungenentzündungen bei älteren Menschen. Die STIKO hat ihre Empfehlungen in diesem Bereich zuletzt aktualisiert: Der 20-valente Konjugatimpfstoff PCV20 (Prevenar 20) soll künftig sowohl für Menschen ab 60 Jahren als Standardimpfung als auch für chronisch Kranke ab 18 Jahren eingesetzt werden. Auch wer früher bereits geimpft wurde (z. B. mit PCV13 oder PPSV23), kann nun, je nach Vorimpfung, eine Auffrischung mit PCV20 erhalten. Der empfohlene Abstand beträgt je nach Konstellation ein bis sechs Jahre. PCV20 deckt die wichtigsten Serotypen ab, die vor allem bei älteren Erwachsenen problematisch sind.
Die Welt der Impfstoffe hat sich weiterentwickelt und gerade für ältere oder immungeschwächte Menschen eröffnen sich neue Möglichkeiten, sich wirksam vor gefährlichen Infektionen zu schützen. Für die rheumatologische Praxis bedeutet das: Impfberatung gehört mehr denn je zur täglichen Arbeit. Wir als RFAs können hier eine zentrale Rolle übernehmen bei Aufklärung, Organisation und Dokumentation. So wird aus einer Spritze ein echtes Plus für die Gesundheit. Daher absolviere ich viele, sehr gehalt- und wertvolle Fortbildungen bei der Impfakademie, die ich allen sehr ans Herz legen kann. Bei der Impfakademie gibt es ein großes Portfolio an Online-Fortbildungen rund ums Impfen. Außerdem gibt es einen großen Fundus zum Nachschlagen, informieren, Infomaterial für die Praxis u. v. m., schaut einfach mal rein und meldet euch an, es wird euch bestimmt gefallen.
Wer sich informieren möchte: https://www.impfakademie.de/