Seit Einführung der Qualifikation zur Rheumatologischen Fachassistenz (RFA) durch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und den Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) im Jahr 2006 hat sich diese Weiterbildung als fester Bestandteil der rheumatologischen Versorgung etabliert.
Eine Gruppe deutscher Rheumatologinnen und Rheumatologen um Dr. Florian Schuch, Erlangen, hatte sich zum Ziel gesetzt, in einer deutschlandweiten Online-Umfrage die aktuelle berufliche Situation, Tätigkeitsbereiche, Zufriedenheit und des beruflichen Verbleibs von RFAs zu erfassen. Im Oktober 2024 wurden 677 Absolventinnen und Absolventen der Jahre 2006–2024 per E-Mail zur Umfrage eingeladen. Insgesamt beantworteten 263 der kontaktierten Personen (39 %) den Fragebogen (davon 243 vollständig).
Als Ergebnis zeigte sich, dass 81 % der Befragten weiterhin als RFA tätig waren, dies überwiegend in rheumatologischen Praxen (71 %). Eigenständige RFA-Sprechstunden wurden von 44 % durch-geführt, wobei in der Mehrheit eigene Termine vergeben, definierte Abläufe genutzt und separate Räume bereitgestellt wurden. Hauptgründe für das Verlassen der RFA-Tätigkeit waren hohe Arbeitsbelastung, fehlende Entwicklungsperspektiven und mangelnde Anerkennung. Dennoch blieben 96 % derjenigen, die ihre RFA-Tätigkeit beendet hatten, weiterhin im medizinischen Bereich beschäftigt.
Die Autoren resümieren, dass sich die RFA als zentrales Element der rheumatologischen Versorgung in Deutschland etabliert hat. Um die Berufsgruppe nachhaltig zu stärken und langfristig zu binden, seien aber strukturelle Verbesserungen erforderlich, insbesondere die rechtliche Klärung delegierbarer Leistungen, die Etablierung von Abrechnungsmöglichkeiten für RFA-Sprechstunden sowie die Entwicklung von weiterführenden Qualifikations- und Karrierewegen.
Quelle: Z Rheumatol 2026; 85(4): 324-328