Die Weiterbildung zur Rheumatologischen Fachassistenz DGRh/BDRh wird seit Herbst 2006 von der Rheumatologischen Fortbildungsakademie GmbH durchgeführt. Ein Team von vorausschauenden Rheumatologinnen und Rheumatologen entwickelten ein Curriculum (60 Stunden), welches immer wieder inhaltlich aktualisiert und bis heute Bestand hat.

Für eine zukunftsweisende Verbesserung der Patientenversorgung in der Rheumatologie durch die RFA waren fundierte und juristisch evaluierte Nachweise erforderlich. So wurden G-BA geförderte Studien zu „Neuen Versorgungsformen“ aufgelegt, wie StärkeR (Strukturierte Delegation ärztlicher Leistung bei Patienten mit entzündlichem Rheuma), ERFASS (Effektivität der RFA-Sprechstunde) und Deliver Care (Delegation und Vernetzung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen) – bei den beiden letztgenannten war der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz aktiv involviert. Alle drei Studien belegen, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen durch RFAs nicht schlechter abschneidet als die alleinige Behandlung durch Rheumatologinnen und Rheumatologen bzw. geschulte RFAs.
Die strukturierte Delegation ärztlicher Leistungen im Rahmen konzeptionsgeregelter Kooperation in der Versorgung von Patienten mit entzündlichem Rheuma kann in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen der Rheumatologie erreichen, dass die Versorgung der betroffenen Patienten nachhaltig optimiert und verbessert wird. Durch die Einbindung qualifizierter RFAs können bestimmte Aufgaben in der Patientenbetreuung effizienter gestaltet werden. Die RFAs übernehmen dabei Aufgaben wie z. B. die standardisierte Erfassung von Krankheitsaktivität, Krankheitsfolgen bis hin zur RFA-Kontakt-Konsultation. Die rheumatologisch fachärztliche Behandlung kann so adäquat vorbereitet werden, effektiv unterstützend sein und in Teilen sogar ersetzt werden. Zudem stehen die RFAs den Patientinnen und Patienten als direkte Ansprechpartner zwischen den Untersuchungsterminen in der Praxis zur Verfügung, um die Kontinuität und Qualität der Betreuung zu sichern.
Nun ist es die Aufgabe, die Delegation zunehmend in den Institutionen zu platzieren, umzusetzen und zu etablieren. Dass dieses kein leichtes Unterfangen ist, zeigen die unterschiedlichen Aktivitäten verschiedener Akteure über bereits viele Jahre. Hierbei geht es nicht nur darum, wie die RFA die Rheumatologinnen und Rheumatologen unterstützen und entlasten können, sondern auch um die Integration in gesellschafts-, wissenschaftlich und gesundheitspolitisch relevante Projekte. Des Weiteren geht es um die Anerkennung und Sichtbarkeit der wertzuschätzenden Arbeitsleistung der RFA.
Der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V. setzt sich seit nunmehr fast 16 Jahren erfolgreich für die Belange der Berufsgruppe ein und trägt auch Sorge dafür, dass der Wissensstand aktuell ist, z. B. durch Webinare, das virtuelle Studio-Livestream-Format, Fortbildungen im Rahmen der deutschen Rheumatologiekongresse und in Kooperation mit den Industriepartnern.
Wichtig ist uns, auch nachfolgende MFAs für die Zusatzqualifikation RFA zu begeistern. Hier kommt unsere Lern-App RFA DigiMed der kooperierenden Humeo GmbH zum Einsatz. Außerdem kann über den Fachverband das Kompendium „1x1 der Rheumatologie (nicht nur) für die Rheumatologische Fachassistenz“ bezogen werden, dass jede RFA als Handwerkszeug ihr Eigen nennen sollte. Des Weiteren pusht auch der BDRh die Delegation. Die Ergebnisse der DGRh-Ad hoc-Kommission Delegation, die das Delegations-Ampelsystem erarbeitet hat, das einordnet, welche Tätigkeiten ärztlich delegierbar, teils bzw. nicht delegierbar sind, wurden publiziert und der BDRh hat zusammen mit Dr. Kirsten Hoeper das Print-Journal „Ärztliche Leistungen delegieren – Leitfaden zur Einführung in die Rheumatologie“ herausgebracht. Auch hier sind RFAs bezüglich des Inhaltes involviert und der Fachverband RFA hat ein Geleitwort beigetragen sowie den Leitfaden an seine Mitglieder weitergegeben.
Dass die RFA eine zunehmend wichtig Rolle im rheumatologischen Versorgungssystem spielt, zeigt u. a., dass neben der DGRh-Kommission „Delegation ärztlicher Leistungen“ auch die DGRh-Kommission „Fachassistenz“ ins Leben gerufen wurde und die amtierende 1. und 2. Vorsitzende des Fachverbandes RFA Mitglieder sind.
2023 wurde der Fachverband RFA in die Arbeitsgruppe für die die Überarbeitung der S2e-Leitlinie zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) eingebunden. Es war sehr interessant, sich einzubringen und mitzuerleben, was alles für ein Update notwendig ist, wie lange verschiedene Prozesse dauern, was alles mit einbezogen und beachtet werden muss, bis so ein Projekt unter Berücksichtigung vieler Regularien als geltende Handlungsempfehlungen publiziert werden kann.
Und hier nun ein kleiner Einblick, warum Leitlinien entwickelt und aktualisiert werden, sowie Angaben zu den Arbeitsschritten: Eine Leitlinie bzw. Update aufgrund neuer wissenschaftlich evaluierter und evidenzbasierter Erkenntnisse, darunter neue Therapieoptionen zu PMR, zu entwickeln, ist ein wichtiger Schritt, um transparent eine einheitliche und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen. Dieser strukturierte Prozess mit der daraus schließlich resultierenden Konsensfindung aller Beteiligten der Leitlinienarbeitsgruppe zielt darauf ab, klare, handlungsorientierte und überprüfbare Richtlinien für die praxistaugliche Anwendung in der Patientenversorgung im klinischen Alltag sicherzustellen.
Der Fachverband RFA ist interdisziplinär engagiert und vernetzt und wurde 2017 als Mitglied in die EULAR Health Professionals in Rheumatology (EULAR HPR) aufgenommen und ist damit die Organisation, die die rheumatologischen nicht-ärztlichen Fachkräfte für Deutschland vertritt. Es wurden internationale Kontakte geknüpft, geschaut, wie die Versorgung in den Nachbarländern funktioniert und welche Weiterbildungsmöglichkeiten und digitale sowie andere Handwerkszeuge die Arbeit unterstützend verbessern.
Das deutsche Gesundheitssystem und die Ausbildung unterscheiden sich von anderen Nationalitäten, dennoch befindet sich die RFA im Vergleich zur HPR-Nurse auf dem zum größten Teil identischen Wissenslevel und ebenfalls in der Ausführung ärztlich delegierter Tätigkeiten. Beim EULAR HPR-Präsidententreffen vorgestellte internationale Arbeitsweisen und Hospitationsberichte deutscher RFAs belegten dieses und zeigten auf, dass die RFA in puncto Wissensgewinnung breiter aufgestellt ist.
Involviert war der Fachverband RFA 2021 bei den „EULAR-Empfehlungen zur Umsetzung von Selbstmanagementstrategien bei RA-Patienten“ und auch 2022 bei den „EULAR-Empfehlungen für die Umsetzung von Selbstmanagement-Strategien für Menschen mit entzündlichen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen“. Die „EULAR-Empfehlungen für die Aufklärung von Personen mit einer rheumatischen Erkrankung, die MTX einnehmen“, unter aktiver inhaltlicher Mitwirkung des Fachverbands RFA und der Mitautorschaft, wurde erstmals auf dem EULAR-Kongress 2023 veröffentlicht.
Außerdem nominiert eine renommierte Jury alle zwei Jahre drei RFA-Teams der delegativen Patientenversorgung für besondere Leistungen in der Versorgung von Patientinnen und Patienten, den Mut neue Wege zu gehen, Engagement, Innovation sowie Teamgeist und belohnt die herausragende Leistung mit dem RFA Award des Fachverbandes Rheumatologische Fachassistenz e. V. Auch diese Art der Auszeichnung gibt es bisher in keinem anderen Nachbarland.
Der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz stärkt die Position der RFA in der Sichtbarkeit ihrer Leistung und Fachkompetenz, fördert die Fort- und Weiterbildung, engagiert sich in relevanten Projekten auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, pflegt den nationalen und internationalen Austausch, trägt Sorge für weiteren RFA-Nachwuchs und setzt sich für die Zunahme der ärztlichen Delegation an die RFA aktiv ein. Des Weiteren ist festzustellen, dass die Ausbildung mit Spezialisierungsqualifikation RFA und RFA-Plus im Anspruch, dem Fachwissen und in der Umsetzung der Patientenversorgung gegenüber der HPR-Nurse der Nachbarländer gleichwertig einzuordnen ist. Wir haben gemeinsam viel bewegt, von der RFA für die RFA und werden uns weiter als spezialisierte nicht-ärztliche Berufsgruppe der Rheumatologie positionieren und Rheumatologinnen und Rheumatologen als Team in der Patientenversorgung tatkräftig unterstützen.
Mehr erreichen und bewegen als Mitglied im Interessensverband, stärken Sie mit uns die Außenwirkung der RFA-Berufsgruppe!
Ihre Kolleginnen und Vorsitzenden
ULRIKE ERSTLING UND PATRICIA STEFFENS-KORBANKA
E-Mail: info@forum-rheumanum.de
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