Die RFA-Weiterbildung ist weit mehr als ein Karriereschritt – sie ist eine echte Chance, die eigene Rolle im Team aktiv mitzugestalten. Sie bringt nicht nur fachliches Know-how, sondern auch neue Perspektiven und Verantwortung mit sich – und eröffnet berufliche Wege, die über das klassische MFA-Profil weit hinausgehen.


So begann ich dann in einer Hausarztpraxis in Hannover, ergriff nach drei Jahren die Chance eines Wechsels in die Fachrichtung Rheumatologie und Osteologie nach Hildesheim – zunächst als Schwangerschaftsvertretung für ein Jahr. Doch schon bald erkannte man mein Potenzial: Ich übernahm mehr Verantwortung in der Anmeldung und leitete wenig später die gesamte Abteilung.
2018 entschied sich die Praxis, erstmals Rheumatologische Fachassistentinnen (RFA) einzusetzen. Ich gehörte zu den ersten Mitarbeiterinnen, die diese Weiterbildung absolvierten – mit großer Motivation, denn ich wollte medizinisch tiefer einsteigen und aktiv an der Diagnostik und Patientenversorgung mitwirken.
Kurz darauf kam es zu einer Zäsur: Unser damaliger Praxisleiter Dr. Winfried Demary, der das RFA-Konzept eingeführt hatte, verstarb unerwartet. Gerade hatte ich meine RFA-Prüfung bestanden und konnte nur vier Wochen lang von ihm eingearbeitet werden. Trotz dieser emotional herausfordernden Zeit zeigte sich: Die Einführung der RFA-Sprechstunden entpuppte sich als voller Erfolg. Die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten blieb gesichert, und bald darauf wurden vier weitere Kolleginnen zur RFA weitergebildet.
Heute bin ich als Praxismanagerin tätig – verantwortlich für die Organisation, Struktur und strategische Weiterentwicklung unserer Praxis. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Management und der kontinuierlichen Optimierung der RFA-Sprechstunden. Neben klassischen Verwaltungsaufgaben sehe ich mich als Brücke zwischen unserem Ärzteteam und dem Team meiner Kolleginnen – für einen reibungslosen Ablauf im Praxisalltag.
Was uns dabei besonders auszeichnet: Wir sind eine sehr strukturierte Praxis. Regelmäßige Teambesprechungen, Mitarbeitergespräche und ein offenes Ohr für Anliegen aller Kolleginnen und Kollegen gehören für uns zum Selbstverständnis. Meine Tür steht für alle immer offen – auch für unsere RFAs. In regelmäßigen Gesprächen analysieren wir gemeinsam die Abläufe und entwickeln stetig Sprechstundeninhalte, Patientenzufriedenheit und Zusammenarbeit weiter.
MEIN APPELL AN ALLE MFAS
Die RFA-Weiterbildung ist weit mehr als ein Karriereschritt – sie ist eine echte Chance, die eigene Rolle im Team aktiv mitzugestalten. Sie bringt nicht nur fachliches Know-how, sondern auch neue Perspektiven und Verantwortung mit sich – und eröffnet berufliche Wege, die über das klassische MFA-Profil weit hinausgehen.
Am 11. Juni 2022 wurde in Köln erstmals der RFA Award sowie zwei Sonderpreise verliehen. Unser damals noch „junges“ Team “Praxis für Rheumatologie und Osteologie, Hildesheim” wurde für sein Engagement mit einem der beiden Sonderpreise gewürdigt, den ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen entgegennehmen durfte.