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Systemische Sklerose

Neue S2K-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie

Gemeinsam mit einer Reihe weiterer Fachgesellschaften hat federführend die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. (DGRh) eine neue S2k-Leitlinie zur „Diagnostik und Therapie der systemischen Sklerose“ (SSc) entwickelt und veröffentlicht. Mit ihren Handlungsempfehlungen übertrifft und ergänzt sie in einigen Punkten die EULAR-Empfehlungen und stellt einen wichtigen Schritt für die Versorgung betroffener Patientinnen und Patienten dar.

Die acht übergeordnete sowie 63 spezifische Empfehlungen beinhaltende DGRh-Leitlinie legt besonderes Gewicht auf eine frühzeitige Diagnose und raschen Therapiebeginn, um irreversible Organschäden zu vermeiden und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Betont wird die Rolle einer strukturierten, regelmäßigen Kontrolle der Krankheitsaktivität mit validierten Instrumenten für eine individuelle, risikoan-gepasste Therapieplanung. „Mit dieser Leitlinie setzen wir neue Standards in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit systemischer Sklerose“, erläutert Erstautor Prof. Dr. Jörg Henes vom Universitätsklinikum Tübingen. „Insbesondere haben wir Empfehlungen erarbeitet, die bisher so in den europäischen Empfehlungen der EULAR nicht zu finden sind.“ Dazu gehört z. B. die mit hoher Mortalität assoziierte Herzbeteiligung. Von großer Relevanz ist zudem der Zahn-, Mund- und Kieferstatus, wozu ebenfalls Empfehlungen ausgesprochen werden. Die durch SSc bedingte Schleimhauttrockenheit beeinträchtigt auch die Sexualität, weshalb die Rolle von Fruchtbarkeit, Sexualität und Schwangerschaft ausführlich beschrieben werden. „Behandelnde Ärztinnen und Ärzte müssen Familienplanung, sexuelle Dysfunktionen und Risikoschwangerschaften in der Behandlung unbedingt berücksichtigen,“ so Prof. Henes.

Eine zentrale Empfehlung ist die Behandlung in spezialisierten Versorgungszentren durch ein interdisziplinäres Team, das auch die Fachdisziplinen Pulmologie, Kardiologie, Nephrologie und Dermatologie umfassen sollte. „Die multidisziplinäre Zusammenarbeit trägt entscheidend dazu bei, komplexe Verläufe frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln“, betont Leitlinienkoordinator Prof. Dr. Norbert Blank, Universitätsklinikum Heidelberg. Auch Patientenschulungen und eine partizipative Entscheidungsfindung zwischen ärztlichem Team und Erkrankten seien unverzichtbare Bestandteile der modernen Versorgung.

Prof. Dr. Ulf Wagner, Präsident der DGRh, unterstreicht die Bedeutung der Neuerungen: „Die neue Leitlinie ist ein Meilenstein in der rheumatologischen Versorgung. Sie bietet nicht nur eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für die Diagnostik und Therapie der systemischen Sklerose, sondern auch praxisnahe Handlungsempfehlungen für die tägliche Arbeit in Klinik und Praxis.“ Die vollständige Leitlinie ist unter der Registernummer 060-014 im Leitlinienregister der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und auf der Website der DGRh abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung der DGRh, 11. Juli 2025

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