Der Austragungsort des 24. Fortbildungstreffens der Rheumatologischen Studien- und Fachassistentinnen im Rahmen des 53. Deutschen Rheumatologiekongresses war vom 17. bis 18. September 2025 das RheinMain CongressCenter in Wiesbaden, der Landeshauptstadt von Hessen.
Die Veranstaltung wurde im Segment C der Mehrzweckhalle Süd durchgeführt, die eine Fläche von 700 m² mit einer Deckenhöhe von 6 m bot und für unseren Zweck zunächst technisch ausgestattet werden musste. Eine kostspielige und arbeitsintensive Angelegenheit, zumal wir für eine heimelige Atmosphäre sorgen wollen und der Vortrags- und Pausenbereich eine optische Trennung erhalten sollte. Dank der Unterstützung unserer Industriepartner, vieler helfender Hände, großer Kreativität, viel Herzblut und der anhaltenden Teilnahmetreue der Kolleginnen wurde die Halle mit Leben erfüllt und zum Strahlen gebracht. Die Sessions des Deutschen Rheumatologiekongresses fanden in den vorhandenen, technisch gut ausgestatteten Tagungsräumen statt, während die farbenfrohe Industrieausstellung in der Halle Nord platziert war.
Wir blicken auf eine großartige Fortbildungsveranstaltung zurück, bei der die Referentinnen und Referenten hochspannende und zugleich sehr praxisnahe Vorträge präsentierten. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick in die Inhalte – als Vorgeschmack für alle diejenigen, die nicht vor Ort dabei sein konnten. In Kürze werden die Beiträge auf der Fachverbandshomepage www.mfa-rheuma-info.de online gestellt, einloggen und anschauen.
Es gab beispielsweise organbezogene Themen: Rheuma und Auge, Rheuma und Herz, Rheuma und Diabetes. Eine erfahrene Wundmanagerin führte das Plenum fachlich in das Wundmanagement ein und stellte ein beeindruckendes Fallbeispiel vor, mit veranschaulichenden Bildern, die allein beim Hinschauen Schmerzen verursachten und nach einer langwierigen Behandlung ein gutes Ende nahm. Es folgten Informationen zu Behandlungsstrategien wie Treat-to-target (T2T) bei seltenen autoinflammatorischen Erkrankungen, und wenn sich Tumorerkrankungen zur rheumatischen
Diagnose dazugesellen. Des Weiteren wurden ANCA-assoziierte Vaskulitiden – GPA, MPA und EGPA – umfassend thematisiert, neue Therapieoptionen und Leitlinien erläutert. Ebenfalls sehr interessant war die Darstellung der geschlechterspezifischen Unterschiede im Therapiemanagement und dem Krankheitsgeschehen, sowie Studiendaten (1) bezogen auf Ernährung und Nahrungsergänzung (mittelkettige Fettsäuren/Ballaststoffe als Supplement-Shake), die die Teilnehmerinnen selbst probieren konnten.
Unser Programm hat auch den Aspekt der rheumatologischen Versorgungssituation aufgegriffen, der Vortrag „KI – Chance versus Risiko“ fand leider nicht statt, dafür punktete der Beitrag Sonografie, da unter anderem bekannt gegeben wurde, dass 2026 eine RFA-MSUS (Muskuloskelettaler Ultraschall)-Studie initiiert wird, in der RFAs die Fertigkeiten der Ultraschalluntersuchung erlernen. Vorerfahrungen sind keine Voraussetzung, jedoch muss Ihre Rheumatologin bzw. Ihr Rheumatologe Sie für die drei Schulungstermine freistellen, als Mentorin bzw. Mentor fungieren, Sie während der Studienphase üben lassen, sodass Sie – bei erfolgreichem Abschluss – zukünftig die Sonografie auch delegativ durchführen können. Hierbei geht es nicht um die Abrechnung der ärztlichen Leistung „Sonografie“, die teils delegierbar ist, sondern um eine umfangreichere Unterstützung, die der Rheumatologin bzw. dem Rheumatologen Zeit spart, da ggf. lediglich nur noch der Schallkopf kontrollierend aufgelegt wird und dabei die RFA zur Anamnese, vorliegenden Symptomen und klinischen Befund informieren kann.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Delegation flächendeckend zu etablieren und den Einsatz der RFA zu fördern und weiterzuentwickeln sehr anspruchsvoll ist, viele Player benötigt, definierte Ziele und Ausdauer erfordert. Es verlangt Geduld, Enthusiasmus, Herzblut, Engagement, Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist – Eigenschaften, die ein erfolgreiches Vorankommen begleiten.
In diesem Jahr werden es 20 Jahre, dass die Rheumatologische Fortbildungsakademie den Basis-RFA-Weiterbildungskurs durchführt und der Aufbaukurs RFAplus seit 6 Jahren angeboten wird. Der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz besteht in diesem Jahr dann seit 17 Jahren und zum dritten Mal wird der RFA Award 2026 für die Leistung und Sichtbarkeit der Teams in der delegativen Rheuma-Patientenversorgung verliehen. In der ganzen Zeit wurden Anstrengungen verschie-dener Player unternommen, dass die RFA delegativer in die Patientenversorgung eingebunden wird, das Fachwissen Anwendung findet und zunehmend eine RFA-(Kontakt)-Sprechstunde, juristisch haltbar, umgesetzt wird.
Eine Umfrage (245 Antworten) der Rheumaakademie 2021 ergab, dass 25 % der rheumatologischen Einrichtungen RFA-(Kontakt)-Sprechstunden durchführen und 75 % noch nicht. Das könnte sich ggf. bald ändern, denn Frau Dr. Kirsten Hoeper berichtete auf dem 24. Fortbildungstreffen in Wiesbaden, dass ein Durchbruch erzielt werden konnte, die vom G-BA geförderten Versorgungsstudien sollten sich auszahlen. Am 22. August 2025 gab der G-BA bekannt, dass das Ergebnis der DELIVER-CARE – Delegation und Vernetzung bei chronisch inflammatorischen Erkrankungen (01NVF18014) – Studie dazu geführt hat, dass empfohlen wird, die Leistungsabrechnung in die
Regelversorgung zu überführen. Wie lange der Weg bis dahin noch dauert ist ungewiss, lässt jedoch hoffen und wir sehen es als einen weiteren Meilenstein, der in die richtige Richtung erzielt werden konnte.
Auf dem RhK 2025 wurde erörtert, dass die Weiterbildungsquote nicht den Alters-Weggang und den Verlust an Vollzeitkräften deckt und die Teilzeittätigkeit im Trend liegt. (2)
In 5 Jahren erhalten ca. 303 Ärzte die Facharztanerkennung Rheumatologie, parallel gehen ca. 386 Rheumatologinnen/Rheumatologen in den Ruhestand, das bedeutet, 83 weniger Rheumatologinnen und Rheumatologen. Derzeit sind (3) 727 tätig, also <1 Rheumatologin/Rheumatologe auf 100.000 Einwohner. Gemäß dem DGRh-Memorandum 2024 wären zur Minimalversorgung 1.400 Rheumatologinnen/Rheumatologen notwendig, dann wären es 2 auf 100.000 Einwohner und für die Erreichung einer medizinisch adäquaten Versorgung erfordert es sogar 3 pro 100.000 Einwohner. (4) Fazit: Nicht einmal der Mindestbedarf ist erfüllt und wird in absehbarer Zeit auch nicht erreicht, umso mehr wird die Unterstützung der RFA in der Patientenversorgung benötigt. Anerkennung, Förderung und Umsetzung der delegativen Tätigkeiten, Fort- und Weiterbildungszeiten gewähren und eine faire Entlohnung sind u. a. Voraussetzungen für eine teambasierte Arbeitsweise in der Patientenversorgung.
Nun freuen Sie sich mit uns, was das Jahr 2026 alles für die Berufsgruppe am Start hat und werden Sie Teil des engagierten Netzwerkes. Seien Sie dabei und erleben Sie erneut inspirierende Vorträge, anregende Diskussionen und den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Stärken Sie den beruflichen Interessensverband Rheumatologische Fachassistenz e. V. und werden Sie Teil einer großartigen Gemeinschaft: https://www.forum-rheumanum.de/mitglied-werden/
Ihre Kolleginnen und Vorsitzenden
ULRIKE ERSTLING UND
PATRICIA STEFFENS-KORBANKA
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