Dank der rheumatologischen Forschung ermöglichen die heute verfügbaren Therapien vielen Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen-Erkrankungen (ERE) eine gute Lebensqualität. Viele nehmen ihre entzündlich-rheumatische Krankheit kaum wahr, solange sie im Austausch mit ihrer Rheumatologin oder ihrem Rheumatologen medikamentös gut eingestellt sind. Entsprechend birgt rheumatologische Versorgung in Deutschland großes Potenzial.
Dank der rheumatologischen Forschung ermöglichen die heute verfügbaren Therapien vielen Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen-Erkrankungen (ERE) eine gute Lebensqualität. Viele nehmen ihre entzündlich-rheumatische Krankheit kaum wahr, solange sie im Austausch mit ihrer Rheumatologin oder ihrem Rheumatologen medikamentös gut eingestellt sind. Entsprechend birgt rheumatologische Versorgung in Deutschland großes Potenzial.
Doch viele Menschen mit ERE bekommen keine Facharzt-Termine, weil Praxen und Ambulanzen völlig überlaufen sind. Genau hier kommt weiteres großes Potenzial für die rheumatologische Versorgung ins Spiel: Bundesweit mehr als 2.000 Rheumatologische Fachassistentinnen und -assistenten (RFA). Sie haben bei der Rheumaakademie die Fortbildung „Rheumatologische Fachassistenz DGRh-BDRh“ absolviert, viele von ihnen auch weiterführende Kurse. Sie können die rheumatologische Versorgung in Deutschland maßgeblich mittragen.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) und der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) entwickelten das Lehrprogramm für die RFA im Jahr 2006 mit dem Ziel, die rheumatologische Assistenz in Klinik und Praxis zu befähigen und zu stärken. Dies ermöglicht die Übernahme medizinischer Aufgaben und Leistungen durch RFA und setzt Kapazitäten und Ressourcen frei. Umfragen bescheinigten den ersten Kursen der Rheumaakademie schon 2008 ein sehr gutes Fazit. (1) Schon kurz darauf publizierte die Autorengruppe von DGRh und BDRh einen Refresh- und Update-Kurs und einen Aufbaukurs.
Wenige Jahre später scheint der Vorteil der Delegation auch in der breiten Ärzteschaft angekommen zu sein: 2014 sehen knapp zwei Drittel aller Medizinerinnen und Mediziner darin einen Zugewinn. (2) Zur gleichen Zeit legen DGRh und Rheumaakademie, angeführt von Prof. Dr. Erika Grominca-Ihle und Prof. Dr. Ekkehard Genth, der Bundesärztekammer (BÄK) ein erstes Curriculum für die RFA zur Anerkennung vor. 2019 bietet die Rheumaakademie ihren ersten erweiterten Aufbaukurs „RFAplus“ an. Zwei Jahre darauf erkennt die BÄK das Musterfortbildungscurriculum für Medizinische Fachangestellte „Rheumatologie“ an und nimmt es in ihr offizielles Fortbildungsportfolio auf. Stand heute absolvierten mehr als 2.000 Fachassistentinnen und Fachassistenten erfolgreich den Grundkurs der Rheumaakademie. Seit 2006 organisierte die Rheumaakademie 63 Kurse dieser Art. Knapp 800 Absolventinnen und Absolventen durchliefen die Refresh- und Update Kurse. Mehr als 250 nahmen am Aufbaukurs beziehungsweise an RFAplus teil.
Die Kurse sind maßgeblich durch die rheumatologische Expertise einer sehr engagierten und aktiven Gruppe von Autoren und Referenten geprägt. Sie entwickeln die Inhalte in engem kollegialen Austausch miteinander. Seit 2022 findet kollegiale Beratung auch im Rahmen der „Kommission Fachassistenz“ der DGRh statt. In dieses Gremium ist auch der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e.V. aktiv eingebunden. Zu beachten ist dabei sicherlich, dass die Verantwortung bei der behandelnden Rheumatologin beziehungsweise dem Rheumatologen persönlich bleibt. Damit die Kurse den aktuellen Wissensstand abbilden, koordiniert die Rheumaakademie regelmäßige Aktualisierungen der Inhalte und lässt diese überarbeiten. Denn fortlaufende Qualitätssicherung ist maßgeblich für die Qualifikation der in Kliniken und Praxen tätigen RFA. Dies bringt uns dem gemeinsamen Ziel näher, eine bestmögliche Versorgung von Menschen mit ERE in Deutschland zu bieten.
Mehr ins Detail gehen in den nächsten RFA aktuell-Ausgaben Teil 2 (Inhalte & Themen) und Teil 3 (Zertifizierung & Perspektiven).
ANNA JULIA VOORMANN
Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie/
Geschäftsführerin Rheumaakademie