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Teil 2: Inhalte & Themen

Rheumatologische Fachassistenz in der Rheumaakademie

DAS CURRICULUM FÜR KOMPETENZ IN KLINIK UND PRAXIS

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) und der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) entwickelten das Lehrprogramm für die Rheumatologische Fachassistenz (RFA) vor fast 20 Jahren mit dem Wunsch, Assistentinnen und Assistenten in Klinik und Praxis rheumatologisch zu befähigen und zu stärken. Fortbildung motiviert zur Übernahme zusätzlicher Verantwortung.

Zudem setzt ein Mehr an Kompetenz seitens der Fachassistenz wiederum ärztliche Ressourcen frei. Ziel ist schließlich eine flächendeckende bestmögliche Versorgung von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Insgesamt buchten angehende oder bereits tätige RFA seit dem Jahr 2006 mehr als 3.500 Plätze in den verschiedenen Kursen der Rheumaakademie.

FORTBILDUNG QUALIFIZIERT

Zum Portfolio der Rheumaakademie für das rheumatologische Assistenzpersonal gehören „Rheumatologie zum Kennenlernen“, der Grundkurs und der Aufbaukurs „RFA-plus“, Refresh- und Update-Kurse. Darüber hinaus können sich RFA in folgenden Kursen gemeinsam mit Ärzt/innen fortbilden: im Train-the-Trainer (TTT) Seminar „StruPi“ für strukturierte Patienteninformation oder Patientenschulung, genannt StruPs. Das TTT „Didaktik – Wissen ansprechend vermitteln“, vertieft kommunikative Kompetenz in der Vermittlung von Inhalten. Viele Kurse finden in Präsenz statt oder auch als Blended Learning mit virtuellen Anteilen.

DGRh und Rheumaakademie legten im Jahr 2014 der Bundesärztekammer (BÄK) einen Lehrplan für die RFA zur Anerkennung vor. Sieben Jahre später erkannte die BÄK das Musterfortbildungscurriculum für Medizinische Fachangestellte „Rheumatologie“ an und nahm es in ihr offizielles Fortbildungsportfolio auf. Innerhalb von maximal fünf Jahren sind darin 120 Unterrichtsstunden zu absolvieren, davon 20 als praktische Übungen. Die darin verpflichtend abzubildenden Inhalte bildet die Rheumaakademie in Grundkurs und RFAplus ab. Am Ende steht die Qualifikation im Rahmen der „Verordnung über die Berufsausbildung zur bzw. zum Medizinischen Fachangestellten“. Interessierte können die Kurse berufsbegleitend besuchen. Folgende berufliche Qualifikationen setzt eine Teilnahme voraus: Eine Berufsausbildung und die Prüfung für Medizinische Fachangestellte oder Arzthelfer/innen oder eine Ausbildung nach dem Pflegeberufgesetz, in der Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege. Möchten Absolvent/innen ein Zertifikat gemäß Anerkennung der Ärztekammern erlangen, müssen sie zuvor zwei Jahre in einer rheumatologischen Praxis oder Ambulanz gearbeitet haben.

EINE SOLIDE BASIS

Der Grundkurs der Rheumaakademie für RFA vermittelt seine Kenntnisse an vier Wochenenden. In Grundlagen und Diagnostik geht es zunächst darum, wie stark sich die Rheumatologie in den vergangenen Jahren von der Bädermedizin zu einem hoch innovativen Gebiet gewandelt hat. Danach steigt die Gruppe medizinisch ein: Das Immunsystems, Aufbau, Funktion und Störungen des muskuloskelettalen Systems stehen auf der Agenda. Außerdem vermittelt der erste Block diagnostische Kenntnisse aus Bildgebung und Labor und es geht um Kommunikation, Versorgung, rechtliche Rahmenbedingungen und Praxisorganisation. Medizinische Informationen zu Rheumatoider Arthritis und weiteren Arthritiden runden diesen Teil ab. Der zweite Block knüpft daran an mit einem Überblick zu den wichtigen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Im dritten Block geht es um medikamentöse Therapien, Schmerztherapie, Impfungen und Medikamenteninteraktion. Augenmerk legen die Referent/innen auch auf Impfungen und Schwangerschaft bei Menschen mit Rheuma. Das vierte Wochenende im Grundkurs widmet sich Notfällen, Qualitätsmanagement, Dokumentation und Studien. Abschließend üben die Teilnehmenden Gelenkuntersuchungen an Gesunden und zum Vergleich an Kranken. Erfahrungsgemäß ist insbesondere diese praktische Zusammenarbeit mit Rheumapatient/innen sehr lehrreich und einprägsam. Aufbauend auf diesem Grundkurs können zusätzliche Qualifikationen etwa zur Studienbetreuung erworben werden.

WISSEN VERTIEFEN

Der Kurs „RFAplus“ schließt nahtlos an den Grundkurs an. Damit können Absolvent/innen das volle Curriculum der Bundesärztekammer für die rheumatologische MFA erfüllen. Die Inhalte befähigen die bereits in der Delegation tätige Fachassistenz, Aufgaben in der rheumatologischen Versorgung stärker verantwortlich zu übernehmen. Teilnehmende lernen, auch schwere Verlaufsformen von rheumatischen Erkrankungen zu versorgen. Sozial-medizinische Problemfelder bereitet der Kurs alltagstauglich auf. Absolvent/innen können in Klinik und Praxis bei diagnostischen Maßnahmen und Messungen unterstützen. Sie begleiten Patient/innen im Diagnose- und Therapieprozess und koordinieren an Schnittstellen der fachärztlichen ambulanten und stationären Versorgung. Ein wichtiger Part ist auch die situationsgerechte Kommunikation mit Patient/innen und Angehörigen. Denn als deren Ansprechparter/in genießt die RFA viel Vertrauen. So kommt ihr hier etwa die wichtige Aufgabe zu, zu Verhaltensänderungen zu motivieren. Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben und die Organisation sozialer und rehabilitativer Leistungen sind ebenfalls Teil der Inhalte von RFAplus.

LERNEN MIT ERFOLG

Erfolgreiche Absolvent:innen beider Kurse mit insgesamt 120 Stunden erfüllen die Voraussetzungen für ein Zertifikat gemäß den Vorgaben der Bundesärztekammer. Diese sieht schriftliche Lernerfolgskontrollen (LEK) vor. Im Kurs folgt auf jeden theoretischen Block eine LEK. Dafür versendet die Rheumaakademie nach dem Kurswochenende eine Einladung zum Online-Test. Jede LEK umfasst 30 Fragen im Multiple Choice-Verfahren. Das Ergebnis liegt umgehend nach Abschluss des Tests vor. Sie haben für jede Online-Prüfung 60 Minuten Zeit. Um die drei LEK zu bestehen, müssen die Absolvent/innen im Durchschnitt mindestens 18 Punkte erreichen. Die Themen der praktischen Kurswochenenden prüft die wissenschaftliche Leitung im Rahmen praktischer Übungen. Nach erfolgreichem Abschluss aller Themenblöcke erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der Rheumaakademie. Die Module „Kommunikation und Gesprächsführung“ sowie „Wahrnehmung und Motivation“ können Absolvent/innen durch die Landesärztekammern auf das Musterfortbildungscurriculum „Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung“ anrechnen lassen.

AUF DEM NEUESTEN STAND

Für absolvierte RFA, die aktiv im Berufsleben stehen, eignen sich die Refresh- und Update-Kurse der Rheumaakademie. Sie bieten Wiederholung und ermöglichen es zugleich, mit einer innovativen Rheumatologie Schritt zu halten: in diesen Wochenendkursen geht es um neue Therapien, neue Biologika und moderne Diagnostik. Gemeinsam bespricht die Gruppe besondere Fälle, vermeidbare Fehler und Fallstricke aus der täglichen Praxis. Die Rheumaakademie aktualisiert die Inhalte sämtlicher Kurse regelmäßig. Dafür prüfen Autor/innen und Referent/innen mindestens alle zwei Jahre die kompletten Manuskripte. Im Vier-Augen-Prinzip bringen sie die Themen auf den aktuellen Stand. Mit der Neuauflage und der Neukonzeption der praktischen Teile des Grundkurses seit 2018 erlangte die Fortbildung mit ihren Inhalten noch mehr Alltagsrelevanz. Erst 2023/2024 überarbeiteten die Expert/innen die Inhalte von Grund- und RFAplus-Kurs vollständig.Noch mehr Inhalte zur Qualifizierung der RFA bietet die App der Rheumaakademie „RhApp – Rheumafachwissen“. Sie umfasst mehr als 1.200 Multiple Choice-Fragen in 56 fachlichen Kategorien. RhApp ermöglicht das Lernen zwischendurch, jederzeit und an jedem Ort mit dem mobile Device. Die Fragen entwickelten Expert/innen im Auftrag der Rheumaakademie eigens für die App. Der Fragenpool wächst stetig weiter. Derzeit nutzen rund 350 Teilnehmende der Kurse für die RFA die App kostenfrei. Auch auf diese Weise sorgt die Rheumaakademie gemeinsam mit ihren Referentinnen und Referenten für hervorragende Qualität ihrer Kurse, Medien und Lerninhalte für die Fortbildung der Rheumatologischen Fachassistenz. Für ein lebenslanges Lernen mit Freude.

1 Schuch et. al., 2008 | 2 DÄB, Jg. 114, Heft 15, 14. April 2017

ANNA JULIA VOORMANN

Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie
Geschäftsführerin Rheumaakademie

Rechtliches

WORTREICH Gesellschaft für individuelle Kommunikation mbH 

Barfüßerstraße 12

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Tel.: +49 (0)6431/590960
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