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Neue Studien kurz & kompakt

Der Journal-Club dieser Ausgabe beschäftigt sich mit einem vieldiskutierten Thema der letzten Jahre, das auch für RFAs sehr relevant ist: Genderbedingte Unterschiede bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Paradebeispiel für die Bedeutung dieses Themas ist die axiale Spondyloarthritis (axSpA). Früher wurde angenommen, dass diese Erkrankung bei Männern viel häufiger ist als bei Frauen. Das lag daran, dass sie sich bei Frauen anders präsentiert und deshalb früher die korrekte Diagnose bei Frauen oft nicht gestellt wurde.

GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE BEI AXIALER SPONDYLOARTHRITIS…

Die gendertypischen Besonderheiten bei axSpA wurden kürzlich in einer ausführlichen Übersicht aufgearbeitet.1 Das fängt bei den Erstsymptomen an: Die Erkrankung manifestiert sich bei Männern meist mit (früher als krankheitstypisch erachteten) tiefsitzenden Kreuzschmerzen, bei Frauen oft mit mehr schmerzhaften und geschwollenen Gelenken, Fersenschmerzen und generellen Schmerzproblemen. Bei Frauen scheint sich ein negatives HLA-B27 häufiger zu finden (was noch nicht ganz unumstritten ist). Beides führt dazu, dass die Diagnosestellung bei Frauen verzögert ist und oft zunächst eine Schmerzstörung angenommen wird. Bildgebend scheinen ankylosierende Veränderungen bei Männern und eine HWS- und BWS-Beteiligung bei Frauen häufiger zu sein.

… AUCH IM THERAPIEANSPRECHEN UND BEI DER KRANKHEITSLAST

Während in randomisiert-kontrollierten Studien keine eindeutigen Hinweise für ein geschlechtsspezifisches Ansprechen auf NSAR- oder Biologika-Therapie identifiziert werden konnten, wurden in Beobachtungsstudien doch relevante Unterschiede registriert. Frauen weisen generell einen schlechteren Outcome in den Parametern auf, die die Lebensqualität erfassen, außerdem deutlich höhere Therapieabbruchraten bei den Biologika. Auch bei der durch Komorbiditäten hervorgerufenen Krankheitslast gibt es schließlich markante Unterschiede: Während Männer ein größeres kardiovaskuläres Risiko aufweisen, tritt Depression zumindest in einigen Studien häufiger bei Frauen auf. Kein diesbezüglicher Unterschied ist im Osteoporose-Risiko nachzuweisen.

DAS GESCHLECHT SPIELT AUCH BEI PSORIASIS-ARTHRITIS EINE ROLLE

Markante Unterschiede sind auch bei der Psoriasis-Arthritis (PsA) zu finden. Unter den klinischen Manifestationen ist die periphere Arthritis bei Frauen, Achsenskelettbefall und schwere Psoriasis häufiger bei Männern zu finden, radiologische Veränderungen treten ebenfalls öfter bei Männern auf. Ähnlich wie bei der Spondyloarthritis haben Frauen eine deutlich größere Krankheitslast bei PRO-Parametern wie Schmerz und Fatigue sowie der Lebensqualität zu tragen. Eine weitere Ähnlichkeit: Bei Frauen ist der Drug-Survival bei Biologika-Therapie deutlich schlechter.

PROF. DR. MED. KLAUS KRÜGER

Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie

Praxiszentrum St. Bonifatius
St.-Bonifatius-Str. 5, 81541 München

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