In der internationalen rheumatologischen Literatur findet das Thema „Nurses (Fachassistentinnen) in der rheumatologischen Versorgung“ immer stärkere Beachtung. In loser Folge wollen wir deshalb an dieser Stelle interessante und aktuelle Publikationen vorstellen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Den Anfang machen zwei vor einigen Monaten erschienene Untersuchungen, bei denen das Assistenzpersonal sehr gut abschnitt.
Diese Studie wurde in einem rheumatologischen Zentrum in Hongkong durchgeführt. 280 an einer rheumatoiden Arthritis (RA) leidende Patienten wurden randomisiert für zwei Jahre entweder von Nurses (a) oder Rheumatologen (b) betreut – Voraussetzung: Die Patienten waren im Status der anhaltenden niedrigen Krankheitsaktivität (LDA). Das Ziel der Untersuchung war es, eine Nicht-Unterlegenheit der Nurse-betreuten Patienten zu zeigen. Kurz gesagt: Diese Ziel wurde in ausgezeichneter Weise erfüllt.
92,1 % der Nurse-betreuten Patienten (a) und 91,4 % der vom Rheumatologen betreuten (b) behielten den Status der LDA bei. Auch in den Parametern Radiologie, Funktionsstatus (HAQ), physische Komponenten der Lebensqualität (SF-36) und Compliance Questionnaire (= Fragebogen zur Therapie-Adhärenz) schnitten beide Gruppen gleich ab, nur beim DAS28-CRP waren die Rheumatologen minimal besser. Die von den Nurses betreuten Patienten zeigten sich in höherem Anteil sehr zufrieden (91,1 % vs. 79,3 %), wenngleich hier auch die Rheumatologen nicht schlecht abschnitten. Alles in allem ein voller Erfolg für die Nurses!
In dieser in neun französischen Zentren durchgeführten randomisiert-kontrollierten Untersuchung wurden 120 Patienten mit RA und mit Spondyloarthritis entweder in Monat 0 und 3 mit einer Patientenschulung durch die Nurse versorgt oder nach sogenanntem Standard of Care betreut (ohne Patientenschulung). Die anfängliche Schulung dauerte 65 Minuten, die nach drei Monaten 44 Minuten.
Das Ergebnis war eindrucksvoll: Die Patienten mit Nurse-basierter Schulung zeigten ein wesentlich besseres Sicherheitsbewusstsein begleitend zur biologischen DMARD-Therapie, was sich u. a. in gutem Infektionsschutz, größerer Bereitschaft für Impfungen und generell besserer Adhärenz (sowohl bezüglich der Schulungsempfehlungen als auch der Therapietreue) sowie Bewältigungsstrategie niederschlug. Eine Reihe weiterer Parameter zeigte sich in beiden Gruppen gleich. Empfehlung der Autorinnen: Eine Nurse-basierte Patientenschulung zu Beginn der biologischen DMARD-Therapie wirkt sich sehr positiv auf den Verlauf aus.
Weitere interessante (vielleicht auch deutsche?) Beiträge folgen in späteren Ausgaben.
PROF. DR. KLAUS KRÜGER
Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie
Praxiszentrum St. Bonifatius, St.-Bonifatius-Str. 5, 81541 München