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Neue Studien kurz & kompakt

Der Zusatznutzen einer Nurse-betreuten Versorgung in der Rheumatologie liegt auf der Hand, aktuell zeigte er sich wieder in einem systematischen Review im Verbund mit einer Metaanalyse bei rheumatoider Arthritis (RA). Doch müssen Fachkräfte offenbar auch aufpassen, nicht selbst Opfer einer Überbelastung zu werden. Eine gewisse Entlastung könnten Apps bieten, wie im Rahmen des EULAR-Kongresses deutlich wurde.

NURSE-BETREUTE VERSORGUNG BIETET VORTEILE

Ein zeitlos interessantes Thema ist der Vergleich des Outcome zwischen Betreuung durch den Rheumatologen und die Fachassistenz (Nurse) bei RA-Patienten. Jetzt wurde brandaktuell dazu ein systematischer Review mit Metaanalyse veröffentlicht, immerhin sechs randomisiert-kontrollierte Studien mit 1.093 Patienten konnten ausgewertet werden. Je zwei der Studien stammten aus Schweden und China, je eine aus Großbritannien und Deutschland (Hoeper K et al., 2021), bei den meisten Studien mit einem einjährigen Verlauf.

Erstaunlicherweise zeigten sich in keinem der ausgewerteten Parameter Vorteile für die Betreuung durch den Rheumatologen. Mit Ausnahme des HAQ (gleiche Ergebnisse) bot die Betreuung durch Nurses zwar nicht signifikante, aber doch numerische Vorteile bei den Parametern VAS Schmerz, Krankheitsaktivität (DAS28), Entzündung (CRP), Fatigue und Morgensteifigkeit. Als Schlussfolgerung kann man zumindest festhalten, dass die Fachassistenz-Sprechstunde sicher keine Nachteile für den Patienten erwarten lässt. (1)

RISIKEN FÜR BURN-OUT STÄRKER BEACHTEN

Zusätzlich sind zwei interessante Beiträge zu erwähnen, die kürzlich auf dem EULAR-Kongress in Barcelona präsentiert wurden. Das Burn-out-Risiko für 273 in der Rheumatologie tätige Ärzte und Nurses wurde in einer irischen Studie untersucht, darunter ca. 74 % Frauen. 11 % davon arbeiteten mehr als 50 Stunden in der Woche. Insgesamt 40 % der Teilnehmenden hatten das Gefühl von Burn-out. Bei Anwendung objektiver Kriterien (MBI-Human Services Survey for Medical Personnel) waren 65 % zumindest in einer der drei Domänen dieses Survey betroffen, 12 % in allen drei Domänen. Insgesamt kann man aus dem Ergebnis dieser ersten derartigen Untersuchung in der Rheumatologie entnehmen, dass Burn-out auch in unserem Fachgebiet ein relevantes Risiko darstellt. (2)

APP MIT ZUSATZNUTZEN (NICHT NUR FÜR PATIENTEN)

In Würzburg wurde eine App für Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) entwickelt, die sich in einer randomisiert-kontrollierten Studie über 12 Wochen als sehr erfolgreich erwies: Bei Anwendung der Axia-App zusätzlich zur laufenden Therapie kam es zu einer signifikanten Besserung u. a. von Krankheitsaktivität (BASDAI), Funktionseinschränkung (BASFI) und Lebensqualität – das Ergebnis war so eindrucksvoll, dass der Beitrag als Late-Breaker noch ins Kongressprogramm aufgenommen wurde. In dieser vielseitigen App erhalten die Patienten neben vielen anderen nützlichen Bestandteilen Schulung zur Krankheit, Tipps für das Krankheitsmanagement und ein individuell angepasstes Heim-Übungsprogramm. Durchaus vorstellbar, dass diese App den rheumatologischen Praxisalltag erleichtert, indem sie für Zeitersparnis sorgt, weil manches nicht mehr vom Rheumatologen oder der Fachassistenz erklärt werden muss. (3)

Literatur:
1 Gu W et al., Rev Esc Enferm USP 2025; 59: e20240186
2 Connolly E et al., EULAR 2025 Barcelona, Abstr. POS1183
3 Strunz PP et al., EULAR 2025 Barcelona, Abstr. LB0002

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