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Rheumatologische Fachassistenz

14. Fortbildungsveranstaltung beim BDRh-Kongress

In diesem Jahr feierte der Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh) ein Jubiläum. Vom 25. bis 26. April 2025 fand der zwanzigste berufspolitischer Kongress statt und der Fachverband Rheumatologische Fachassistenz veranstaltete seine 14.Fortbildungsveranstaltung für rheumatologische Fachkräfte. Ein bunt gefülltes Programm mit spannenden und praxisrelevanten Themen bot allen, unter aktiver Einbeziehung der knapp 60 MFAs/RFAs, einen kurzweiligen Freitagnachmittag.

Zu Beginn begrüßte Prof. Dr. Eugen Feist, 2. Vorsitzender BDRh, die Teilnehmerinnen und war mit dem Blick auf den vollbesetzen Tagungsraum sehr erfreut über das Interesse und die rege Teilnahme.

DIGITALISIERUNG: VON RHEUMADOK ZU RHEDAT

Die Digitalisierung bestimmt zunehmend unser Leben, sei es privat oder im Berufsalltag, und das in ganz unterschiedlicher Weise. Seit sicherlich über 30 Jahren ist die Nutzung einer Praxisverwaltungssoftware (PVS) Standard und vereinfacht die Verwaltungs- und Dokumentationsarbeiten unter Beachtung der Qualitäts- und Datensicherheit und DSGVO. Die Rheumatologinnen und Rheumatologen sind digital affin und hatten bereits 2004 mit „RheumaDok“ eine eigene Computer-gestützte standardisierte Dokumentation der Krankheitsgeschichte inklusive Scores und der Kerndokumentation als Unterstützung für den Einsatz in der täglichen Arbeit. Rheumatologe Dr. Rüdiger de la Camp aus Erlangen war der Initiator, agierte im Auftrag des BDRh, Nils Körber und Joachim Elgas G.b.R. realisierten die Programmierungen bis 2020. Da „RheumaDok“ aus technischen und regulatorischen Gründen nicht weiterentwickelt werden konnte, kam es zum Wechsel.

RheMit, basierend auf der Software EMIL, wurde eingeführt und bot u. a. eine bessere Anbindung an unterschiedliche Praxisverwaltungssysteme und erhebliches Entwicklungspotenzial. Des Weiteren kam es noch zu einer Umbenennung in RheDAT, da ein ähnlicher Name mit Markenschutz bereits von einer anderen Firma in der Rheumatologie existierte. PD DR. MARTIN FEUCHTENBERGER, Burghausen, demonstrierte während seines Vortrags, dass durch RheDAT, die IT-Plattform der deutschen Rheumatologie, Praxisabläufe optimiert werden können. Die digitale standardisierte Dokumentation kann vielfach ohne Mehrfacheingaben verwendet werden, ist daher zeitsparend, minimiert mögliche fehlerhafte Eingaben und man erhält einen guten Überblick über die Eintragungen. Hilfreich sind beispielsweise auch die Funktion der Wiedervorlage, Arztbrieferstellung und Versand, offene Schnittstellen für die eigene IT-„Landschaft“, die Teilnahme an Versorgungsverträgen und Studien. Die notwendige Verwaltungstätigkeit kann somit effektiver und nutzbringend erledigt werden.

BILDGEBUNG IN DER RHEUMATOLOGISCHEN DIAGNOSTIK

Der Vortrag von PROF. DR. KAY-GEERT HERMANN, Berlin, über „Bildgebung in der Rheumadiagnostik – Was macht Sinn?" zeigte auf, dass KI und Digitalisierung in der Aufnahmetechnik einen großen Nutzen bringen. Zur Einführung gab er an, dass die Voraussetzung für die richtige Wahl der bildgebenden Verfahren und einer guten Befundung, Erfahrung und eine gute Kenntnis über die Pathophysiologie ist. Diese beschäftigt sich mit den Veränderungen der Körperfunktionen, die durch Krankheiten hervorgerufen werden, und untersucht, wie diese Veränderungen entstehen und sich im Verlauf entwickeln. Das hilft, die Abläufe im Körper bei Krankheiten besser zu verstehen, was wiederum wichtig für die Diagnosestellung und die daraus resultierende Behandlung ist. Sehr anschaulich erläuterte er Röntgen-, Sonographie-, MRT- und CT-Bilder zu verschiedenen Krankheitsbildern. Dazu merkte er an, dass das Röntgen essenziell für die Differenzialdiagnose ist und einen guten Überblick im Verlauf darstellt. Sonographie bietet eine schnelle Beurteilung einer Entzündungsaktivität, zeigt Echtzeitbilder von beweglichen Strukturen und kann direkt während des Sprechstundentermins beim Rheumatologen, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung durchgeführt werden.

Zum Schluss konnten die Teilnehmerinnen per App übermittelte Röntgenbilder mitbeurteilen und sich so selbst einschätzen, inwieweit sie mit dem Krankheitsbild vertraut sind und Röntgenbilder „lesen“ können. Wer selbstständig mehr die Symptome, Klinik, Labor und bildgebende Diagnostik von rheumatoider Arthritis (RA) verstehen möchte, kann die „Lern-App RA Tutor“ für Studierende, MFAs, MTRAs, Ärztinnen und Ärzte nutzen.

WENN BEI RHEUMA DIE LUNGE BETROFFEN IST

Das Thema „Lungenbeteiligung entdecken und dann? – Praktische Tipps“ erläuterte DR. JUTTA WEINERTH, Berlin. Sie nannte verschiedene Formen der Lungenerkrankungen, allem voran die interstitielle Lungenerkrankung (ILD), die mit rheumatischen Erkrankungen wie RA oder systemischer Sklerose (SSc) vergesellschaftet sind, wies auf Risiken hin, zeigte Wege der Diagnosestellung und Therapiemöglichkeiten auf sowie Prognosen von Krankheitsverläufen und deren möglichen Ausgang. Sie verdeutlichte, wie wichtig es ist, sensibel auf Vorboten dieser Begleit- und Folgeerkrankungen zu achten und dass hier die MFA/RFA auch ein wichtiger Player ist. Ein vorgestelltes Fallbeispiel verdeutlichte die medizinischen Ausführungen und worauf besonders zu achten ist, denn eine Lungenbeteiligung verläuft zu Beginn meist stumm. Eine Dyspnoe erklären sich Patienten etwa gerne mit Übergewicht, fehlendem Training und eingeschränkter Beweglichkeit. Ist dann beispielsweise eine ILD diagnostiziert, ist es u. a. wichtig, Infektionen vorzubeugen und auf einen guten Impfschutz zu achten.

SCHWIERIGE FÄLLE RICHTIG DEUTEN

Spannend ging es weiter mit DR. THOMAS MORGENSTERN, Osnabrück – seine beiden Fallbeispiele, die sich mit seltenen Erkrankungen in der Rheumatologie befassten, zogen alle Zuhörer in seinen Bann und luden ein, mitzuanalysieren, worum es sich handeln könnte und welche Diagnostik und therapeutischen Möglichkeiten anzuwenden sind. Der erste Fall behandelte einen Patienten mit Immunglobulin (Ig)G4-assoziierter Erkrankung mit Pachymeningitis, im zweiten Fall lag letztere im Verbund mit einer MPO-positiven ANCA-assoziierten Vaskulitis vor.

Der Weg zur Diagnose war in beiden Fällen steinig und bezog mehrere Fachdisziplinen ein. Die Pachymeningitis stellt in rheumatologischer Perspektive eine seltene Manifestation einer entzündlich-rheumatischen Systemerkrankung dar, kann auch als einzige Manifestation einer rheumatischen Erkrankung auftreten – die ANCA-Vaskulitis und IgG4-assoziierte Erkrankung sind wichtige Differenzialdiagnosen.

DEM BURNOUT RECHTZEITIG VORBEUGEN

Nach einem Arbeitstag mit anschließender Fortbildung hatte der letzte Vortrag etwas für die Teilnehmerinnen selbst im Gepäck. Über Burnout-Prävention und Wege zur Achtsamkeit informierte INES MARIA BAEBLICH, Berlin, von Hause aus Krankenschwester und Studynurse in der Dermatologie, und seit diesem Jahr außerdem zertifizierte Health-Coach/Burnout Prävention mit staatlicher Zulassung (Homepage: www.inesmariabaeblich.de).

Einprägsame Geschichten aus dem Leben, unterhaltsame und zugleich ernst gemeinte Aspekte vermittelte Sie den Zuhörerinnen, die durch die berufliche Verbundenheit das Gesagte sehr gut nachvollziehen konnten und die eine oder andere sich sicherlich wieder erkannt hat. Sie definierte, dass Burnout ein Zustand der körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung ist, der durch chronischen Stress beruflicher oder auch persönlicher Natur entsteht. Des Weiteren, dass man vier Phasen unterscheidet: Enthusiasmus und Überengagement, Stagnation und Unzufriedenheit, Frustration und Rückzug, Apathie und Erschöpfung.

Als präventive Strategien nannte Sie Selbstfürsorge, Stressmanagement, sich selber Grenzen setzen und soziale Unterstützung aufbauen. Da es allgemein einen Anstieg an beruflichem Stress gibt, sollten auch Arbeitgeber dafür Sorge tragen, Krankenstände zu minimieren. Jeder hat es selbst in der Hand, achtsam mit sich umzugehen. Der Einstieg können bewusste Pausen sein, Atemübungen und Qigong.

Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung, bitte jetzt schon vormerken: Ortswechsel! Die 15. Fortbildungsveranstaltung für rheumatologische Fachkräfte im Rahmen des 21. BDRh-Kongresses findet am 24. April 2026 in Berlin im Estrel Congress Center (ECC) statt. Achten Sie auf Sich, seien Sie weiterhin neugierig, was in der Rheumatologie passiert und bleiben Sie gesund.

ULRIKE ERSTLING, 1. Vorsitzende
PATRICIA STEFFENS-KORBANKA, 2. Vorsitzende

Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V.
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