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Beispiel Methotrexat

Das Vertrauen in die Therapie stärken

Denkweisen bezüglich nicht schwerwiegender Symptome positiv beeinflussen. Negative Erwartungen der Patientinnen und Patienten gegenüber Medikamenten können die Belastung durch Nebenwirkungen verstärken, was zu weniger Therapietreue und Durchhaltevermögen führt.

Eine neuartige Intervention besteht darin, Denkweisen (das „Mindset“) bezüglich nicht schwerwiegender Symptome positiv zu beeinflussen, indem diese als ermutigende Anzeichen für die Wirksamkeit des Medikaments umgedeutet werden.

In der neuseeländischen „Changing Mindset“-Studie untersuchten Rachael Yielder, Auckland, und ihr Team, ob eine kurze Intervention zur Änderung der Symptomwahrnehmung das Symptomempfinden und die Therapietreue bei Betroffenen mit entzündlichen-rheumatischen Erkrankungen verbessern kann, die neu auf MTX eingestellt werden. In der randomisierten, kontrollierten Studie wurden insgesamt 47 Teilnehmende im Verhältnis 1:1 entweder einer Mindset-Intervention mit positiv formulierter Aufklärung (n=24) oder Kontrollgruppe mit Standardinformationen (n=23) zugeteilt. Nach 4 Wochen wurde die Symptomwahrnehmung gemessen. Der primäre Endpunkt war das Symptomempfinden nach 4 Wochen. Sekundäre Endpunkte waren die Therapietreue und Motivation zur MTX-Einnahme (nach 4 Wochen) sowie die Weiterführung der Therapie und der CRP-Wert (nach 12 Wochen).

Nach 4 Wochen zeigten die Teilnehmenden der Interventions- im Vergleich zur Kontrollgruppe eine positivere Symptomwahrnehmung, geringere Symptomlast (mittlere Differenz -2,70; p=0,005), weniger allgemeine Symptome (3,53; p=0,045) und eine ähnliche Anzahl MTX-spezifischer Symptome (-0,79; p=0,295). Bereits zu diesem Zeitpunkt war eine höhere Motivation sowie Therapietreue evident. Nach 12 Wochen wurde MTX in der Interventionsgruppe signifikant seltener abgesetzt (8,3 vs. 34,8 %; p=0,036), im Trend war der mittlere CRP-Wert niedriger (1,63 vs. 2,16 mg/l). Bei Patientinnen und Patienten, die MTX starten, stellt eine Mindset-Intervention zur Umdeutung leichterer Nebenwirkungen somit einen vielversprechenden Ansatz zur Verbesserung des Symptomempfindens und der Therapieadhärenz in der frühen Phase der Medikation dar.

Die Art der Kommunikation hat also großen Einfluss auf die Therapieakzeptanz – ein Plädoyer für mehr Psychologie in der Pharmakotherapie, hier können auch RFAs eine wichtige Rolle spielen.              
 

Quelle: Ann Behav Med 2025; 59(1): kaae089

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